In Zeiten des rasanten technologischen Fortschritts muss eine Mobile Business App vor allem anwenderfreundlich und langlebig sein. Wir haben uns in diesem Zusammenhang die Frage gestellt, welche Basis (nativ oder hybrid) bei der App-Entwicklung einer Business Anwendung geeigneter ist.

Mobile Business Apps für den Außendienst von Vertrieb und Service sind in der Geschäftswelt angekommen. Der Außendienst trägt alle erforderlichen Daten für seine tägliche Arbeit kompakt mit sich und nimmt neues Wissen auf. Kommunikations-, Informations- und Dokumentationsplattform: Eine moderne Mobile Business App vereint all diese Funktionen und hat sich damit zum hoch geschätzten Helfer im Arbeitsalltag eines Außendienstmitarbeiters entwickelt. Über die Basis der App, sprich, ob es sich um eine native App oder eine hybride App handelt, macht sich der Mitarbeiter dabei wenig Gedanken. Jedoch ist diese Entscheidung gerade heute, in Zeiten des rasanten technologischen Fortschritts und der ständig wechselnden Gerätetrends, von essenzieller Wichtigkeit. Welche Basis für eine Mobile Business App im Außendienst besser geeignet ist, wollen wir nachstehend erörtern.

 

Was bedeutet „native Mobile Business App“?

Native Mobile Business Apps werden individuell für die Betriebssysteme iOS, Android oder Windows 10 konzipiert und entwickelt. Jede Plattform besitzt dabei eine oder mehrere Sprachen, die in der nativen Entwicklung verwendet werden können. In der Entwicklung einer nativen Mobile Business App wird also individueller Quellcode pro Betriebssystem geschrieben. Soll die App die Betriebssysteme iOS, Android und Windows bedienen, muss in der Konsequenz der gesamte Quellcode drei Mal entwickelt werden – wir sprechen hier in der Regel von Jahren an Entwicklungszeit. Auch in der Weiterentwicklung und der späteren Pflege führen native Mobile Business Apps zu einem höheren Aufwand, da jede Anpassung für jedes Betriebssystem einzeln wiederholt werden muss. Das ist nicht nur zeit- sondern vor allem auch kostenintensiv. In Sachen Usability und Performance können native Apps allerdings im Allgemeinen etwas Punkten. Die Entwicklung des Quellcodes in der Muttersprache sorgt dafür, dass sich die App besser in das Betriebssystem integrieren lässt und sämtliche Schnittstellen zu dem mobilen Gerät einheitlich funktionieren. Native Apps weisen daher eine (geringfügig) bessere Performance auf. Die Hardware des mobilen Gerätes, wie Kamera, GPS, Bedienelemente oder Sensoren kann zudem unmittelbar angesteuert und genutzt werden.

 

Was bedeutet „hybride Mobile Business App“?

Hybride Mobile Business Apps, auch Crossplattform Apps genannt, können plattformübergreifend auf verschiedenen Betriebssystemen (iOS, Android und Windows 10) und mobilen Geräten (Smartphone, Tablet und Laptop) ausgeführt werden. In der Entwicklung einer hybriden Mobile Business App werden der Quellcode und die Oberfläche in Webtechnologien wie HTML5, CSS3 und JavaScript geschrieben. Das Ergebnis ist eine hybride App die – für den User nicht sichtbar – innerhalb des Webbrowsers einer Plattform läuft und sämtliche Logiken sowie das User Interface der mobilen Anwendung beinhaltet. Theoretisch genügt demnach die einmalige Programmierung der App, welche schließlich ohne Anpassungen auf den Betriebssystemen iOS, Android und Windows 10 läuft. Praktisch sind jedoch insbesondere im Bereich von Business Anwendungen native Programmierungen sowie Anpassungen im User Interface vorzunehmen, welche Besonderheiten, wie beispielsweise die Offlinefähigkeit, ermöglichen. Hier machen sich Softwareunternehmen verschiedene Frameworks (z. B. Apache Cordova oder PhoneGap) zunutze. Diese Frameworks stellen eine Kommunikationsschnittstelle zwischen dem JavaScript-Code und der nativen Sprache her, sodass hybride Apps die spezifische Hard- und Software der mobilen Geräte ansteuern und nutzen können. Da Zeit und Kosten für die Entwicklung hybrider Apps nur einmalig anfallen und nicht, wie bei der nativen Entwicklung für jede Plattform einzeln, sind hybride Apps in der Konsequenz deutlich weniger aufwendig und somit auch günstiger in der (Weiter-)Entwicklung und Pflege. Die Einsatzfähigkeit auf den Plattformen iOS, Android und Windows 10 ermöglicht zudem einen Mischbetrieb von Geräten und vor allem auch einen schnellen Gerätewechsel, dessen Notwendigkeit der rasante technologische Fortschritt immer mit sich bringt.

 

Nativ vs. Hybrid – Was ist geeigneter für eine Mobile Business App?

Die beschriebenen Vorteile der nativen Entwicklung sind oftmals verschwindend gering. Die bessere Performance ist für den User kaum wahrnehmbar, vor allem nicht im beruflichen Alltag. Mit einer nativen App machen sich die Anwender abhängig von einem Betriebssystem und der zur Verfügung stehenden Hardwareauswahl. Neue Gerätetrends können nicht verfolgt werden, wenn diese einen Betriebssystemwechsel erfordern und ein Mischbetrieb von Betriebssystemen ist von vornherein ausgeschlossen oder mit enormen Kosten für die Entwicklung und Pflege der App verbunden. Die vermeintlichen Nachteile hybrider Apps, wie eine schwächere Performance oder Kompromissen in der Handhabung, sind sehr gering und für den User kaum wahrnehmbar. Diese sollten daher wohlwollend in Kauf genommen werden, um von den wesentlich geringeren Kosten und der Flexibilität hybrider Apps zu profitieren. Insbesondere in Bezug auf die Langlebigkeit und die Zukunftsfähigkeit ist die hybride App der nativen App im Bereich der Business Anwendungen vorzuziehen. Sie sollten in der Entwicklung einer Mobile Business App für den Außendienst von Vertrieb und Service daher vorzugsweise auf eine hybride Entwicklung setzen.